|
Mit Schüler- und Jugend-Petanque-Turnier
Bei der Jahresplanung für 2010 war im Oktober 2009 die Idee entstanden ein Wochenende anzubieten, bei dem das Wissen erweitert werden soll. Daher lud der LV Hamburg/ Schleswig-Holstein Kinder und Jugendliche ein, gemeinsam etwas für unsere Bildung zu tun, und das Universum Bremen (Wissenspark) zu besuchen. Warum machen wir nicht gleich eine LV Kooperation mit Niedersachsen/ Bremen daraus, bzw. dem BfFnL Bremen e.V., dem Verein unmittelbar beim Universum? Gesagt getan, schnell war dann der richtige Termin gefunden.

Wir quartieren uns einfach zum Termin der FKK-Nord (für nicht Petanquer wie mich, dabei handelt es sich um ein Turnier, bei dem die Teilnehmer aus Schleswig- Holstein, Hamburg und Niedersachsen/ Bremen teilnehmen) mit ein. Am Sonntag gibt es parallel zum Erwachsenenturnier ein Schüler- und Jugendturnier. Von den meisten Teilnehmern aus unserem LV wusste ich, dass sie keine großen oder überhaupt keine Petanqué-Spieler sind, aber wer weiß, vielleicht schlummert in dem einem oder anderen doch ein Talent. Als Dank dafür, dass wir dort übernachten dürfen, nehmen unsere Teilnehmer geschlossen an dem Turnier mit teil.
Unsere Idee war, allen mitgereisten Kinder und Jugendlichen, die Möglichkeit zu bieten mit uns am Samstag zum Universum zu fahren. Der BfFnL bietet immer ein tolles Programm für mitgereiste Kinder und Jugendliche im Verein an, aber vielleicht freuen sich die Kids auch mal auf einen Ausflug. Schnell war klar, der Ausflug kommt gut an. Also ran an die Planung. Jeder weiß, wie schnell die Zeit vergeht, wurde doch erst gerade noch geplant, steht das Wochenende schon vor der Tür.
In einer lustigen Runde ging es mit dem Auto durch den obligatorischen Freitagnachmittagsstau vor dem Elbtunnel los, dann hieß es auch schnell runter von der Autobahn. Der eher bescheidene Zustand der A1 Richtung Bremen (Baustelle an Baustelle an Baustelle usw.) wollten wir auf jeden Fall umfahren und die Landstraßen gibt es ja auch noch. Zwar waren wir dadurch länger unterwegs, aber wenigstens konnten wir immer fahren und standen nicht im Stau. Unser Zelt war schnell aufgebaut, die Schlafplätze bezogen und schon konnte es zum gemütlichen Teil (Abendessen, das tolle Gelände erkunden und Bekannte treffen) übergegangen werden. Es wurde noch der Ablauf für Samstag durchgesprochen und dann riefen auch schon die Luftmatratzen und Isomatten.
Nach einem kurzen Frühstück trudelten auch die Teilnehmer ein, die uns begleiten wollten. Noch schnell die Lunchpakete fertig gemacht und dann konnte es losgehen. Der Platzwart Manfred und Uschi (Petanquespartenleiterin) hatten noch Fahrer organisiert, damit die ganze Gruppe von 23 Teilnehmern pünktlich um 09:45 Uhr beim Universum ankamen bzw. dort zu uns stießen. Bei schönstem Frühsommerwetter warteten wir darauf, endlich los zu stürmen.
Wir wurden als Gruppe begrüßt und erhielten eine kurze, aber sehr informative Einführung mit dem „wichtigen Hinweis“ hier ist anfassen erwünscht! Dies ist ja für eine Art Museum eher ungewöhnlich, da es ja sonst immer heißt „bitte nicht berühren“! Wichtig war nur, dass mit den Ausstellungsstücken das gemacht wird, was auf der Beschreibung steht. Dann wurden alle Teilnehmer mit der Handynummer von Thomas versehen, falls mal jemand aus seiner Gruppe verloren geht, schnell noch ein Gruppenfoto und die Uhrzeit für die Mittagspause (12:30 Uhr) abgesprochen und dann endlich ging es los. Wir hatten von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr Zeit in die Welt des Wissens einzutauchen, das wird schon reichen.
Mit Karten vom Gelände ausgestattet gingen die Gruppen los, die Teilis für sich und wir (Thomas, Nicole und ich). Für alle, die das Universum nicht kennen, es gibt drei Bereiche: der Haupteingang mit einer Sonderausstellung und einer Fläche von 700 qm, die aktuelle Ausstellung im Moment heißt Farben, Formen und Fantasien. Gut, denkt der ein oder andere jetzt, 700 qm ist ja nun nicht die Welt, das stimmt, aber es gab hier so viele Sachen zu entdecken und auszuprobieren (60 Mitmachstationen), die Kreativität der Natur und deren Hintergründe gilt es hier zu erforschen. Einige der Stationen waren: Wieso bestehen Schildkrötenpanzer aus Sechsecken? Warum ist die Banane gelb? Ist ein blauer Raum wirklich nur blau? Luftmalerei oder im Gang der Perspektiven? Da gibt es zum Beispiel den „schiefen“ Raum, dort ist alles mit 16 % Gefälle angeordnet, Tisch, Stuhl, Wände und Bilder. Alles schief, wir waren einige Minuten dort und haben ausprobiert, wie man an einem solchen schiefen Tisch bzw. Stuhl sitzen kann. Es war schon sehr lustig, als ich mich ca. 45 Minuten später auf einen normalen Stuhl setzte hatte, bin ich zur Seite weggerutscht! Das war noch die Nachwirkung vom schiefen Raum.
Auch richtig lustig war der Besuch im schalltoten Raum. Vor der Eingangstür befindet sich eine Sanduhr, die genau 1 Minute läuft. Bevor man diesen Raum betritt, dreht man diese um, das Experiment ist, heraus zu finden, wie man die Zeit einschätzen kann, wenn nichts da ist, an dem man merkt wie die Zeit vergeht. OK, also Thomas und ich entern den schalltoten Raum, Uhr umgedreht und rein. Da in dem Ausstellungsraum einige Experimente auch Geräusche machen, konnte man etwas hören, aber nicht viel. Gut, angekommen, die Ruhe bemerkt und genossen, lustig ist ja auch, dass man automatisch auch flüstert, wenn man redet, obwohl gar kein Grund besteht. Tja, wie lange wir wohl schon hier drinnen sind? Die Uhr ist bestimmt schon lange abgelaufen! Wir wieder raus und ach du Schreck, die Uhr war noch nicht einmal zur Hälfte durch! Etwas verschätzt die Herrschaften.
Ihr seht schon, was man allein über zwei Experimente so schreiben kann, die anderen 58 noch gar nicht angesprochen. Dies würde sicherlich das ganze Aktuell in Anspruch nehmen. Wir hatten vor gehabt bis zur Mittagspause mindestens noch einen weiteren Bereich im anderen Gebäude besucht zu haben. Nix da, wir kamen gerade aus der Sonderausstellung, als es Zeit war zum Treffpunkt zu gehen. Alle trudelten pünktlich dort ein, aber so richtig Lust zum Essen hatte keiner, aus unserer 20 Minuten Pause wurde, wenn überhaupt, knapp 10 Minuten. Alle wollten lieber gleich wieder los. OK dann wieder eine neue Zeit abgesprochen, diesmal um 15:45 Uhr, damit wir um 16:00 Uhr im Außenbereich die Experimentenshow sehen können und schwups waren wieder alle weg.
Also weiter zu den anderen Bereichen: das andere Gebäude sieht aus wie ein Ufo, allerdings nennen es die Angestellten „den Walfisch“, na ja wie auch immer dieses Gebäude heißt, beinhaltet es drei Expeditionen Mensch, Kosmos und Erde, die entdeckt werden wollen.
Ich war ganz scharf darauf die Expedition Mensch zu besuchen. Hier gibt es 15 Bereiche wieder mit einer Vielzahl an Mitmachstationen. Ich wusste von der Homepage des Universums, dass dort eine menschliche Gebärmutter nachgebaut wurde, durch die man gehen kann und Geräusche, Farben und Gerüche erleben kann, wie sie ein ungeborenes Baby erlebt. Das war schon sehr beeindruckend.
Weiter geht es dann mit der Feststellung der Einzigartigkeit des Menschen, man kann hier an Hand von 10 Merkmalen (es gibt eigentlich 10.000 Merkmale) feststellen, wie einzigartig man ist, oder eben auch nicht. Haarfarbe, Haarstruktur, Augenfarbe, Geschlecht, Geruchssinn, Daumenabdruckform, Ohrläppchenform usw. wurde abgefragt. Anschließend gibt man alles in einen PC und siehe da, es wird von allen Besuchern (zu diesem Zeitpunkt waren es 994.890) errechnet wie viele Besucher die gleichen Merkmale aufweisen. Also bei mir gab es 238 Übereinstimmungen, Nicole hatte 588 und Thomas hatte 646 Übereinstimmungen.
Bei unserer kurzen Einführung am Anfang fragte uns die Angestellte, was wir meinen, wie gut unser Gleichgewichtssinn ist. Da kamen einige Antworten, von meinem Tipp mit vorsichtigen 20 Sekunden bis zu 2 Minuten war einiges vertreten. Die junge Frau lachte nur und meinte ihr erster Versuch endete nach 2 Sekunden! Da waren wir sehr überrascht, oder vielleicht ist ihr Gleichgewichtssinn auch gar nicht vorhanden, die Arme! Diesen Versuch wollten wir auf jeden Fall auch machen. An der Station angekommen hieß es rauf aufs Brett (ein längliches Brett, das auf einer Rolle liegt, es hat einen Griff an dem man sich festhalten kann, bis man meint das Gleichgewicht gefunden zu haben, lässt man los, fängt eine Uhr an zu zählen). Na ja so schwer wird das ja nicht sein, so eine Übung gab es doch immer mal wieder im Sportunterricht. 1, 2 und 3 hopp rauf aufs Brett, kurz ausbalanciert und losgelassen und die Uhr blieb dann bei 0,4 Sekunden stehen! Das gibt es doch gar nicht, gleich wieder rauf und zack 0,6 Sekunden! Kurzer Versuch nach einer Erklärung zu suchen, entweder geht die Uhr falsch oder mein Gleichwicht ist zwischen dem letzten Versuch in der Schule und diesem hier, schätzungsweise gute 30 Jahre, auf der Strecke geblieben. Ich war ja versucht, alles auf die Uhr zu schieben, aber es wird wohl doch eher der zweite Grund sein, schnief! Immerhin war unser Ehrgeiz geweckt, Nicole erreichte 2,7 Sekunden, Thomas 1,9 Sekunden und ich nach gefühlten 50 Versuchen auch 2,7 Sekunden, nur schade dass meine beiden Mitstreiter schon weiter gegangen waren und meinen Erfolg gar nicht mehr gesehen haben.
Der nächste Knaller ließ nicht lange auf sich warten, während wir uns durch die Bereiche Hören und Sehen arbeiteten war ein Teil unserer Teilis nicht zu sehen aber zu hören (wie passend in diesen Bereichen). Da wurde lautstark gelacht, also hin da, als wenn wir erwartet wurden, riefen alle durcheinander, wir müssten „das“ auch mal machen, bitte, bitte. Was sollten wir denn machen? Hier war der Bereich Tasten, aha und was muss hier ertastet werden? Hier gibt es den Nachbau einer kleinen Wohnung, durch die man sich in totaler Finsternis tasten muss. An dieser Station saß auch die junge Frau von der Einführung und hat den gesamten Bereich auf Monitoren vor sich, um Besuchern zu helfen, falls doch die Panik auftritt. Für uns machte sie aber eine Ausnahme, wir sollten erst einmal rein und dann würde sie bzw. unsere Teilis uns Aufgaben stellen, die wir dann machen müssen. Na ja mal sehen was die sich einfallen lassen.
Wir also rein und es war dunkel, so richtig dunkel, man konnte überhaupt nichts sehen. Thomas, mutig wie er ist, vorweg, dann ich und zum Schluss Nicole. Thomas war auf Grund seiner großen Schritte auch gleich weg, klasse und nun? Thomas, Thomas? Als Antwort kam dann: „Ich bin hier“! Aha und wo ist hier? Also taste ich mich mal weiter, die Stimme von Thomas kommt näher, immerhin was. Keine Ahnung in welchem Raum ich mich hier befinde. Die Wände sind glatt, Kacheln. Bin ich in der Küche? Ich frage die beiden anderen, Thomas meint wir sind in einem Badezimmer! Aha, wie kommt er dann darauf? Ich taste mich mal weiter und huch da habe ich Thomas wieder eingeholt, kurzer Aufschrei von ihm. Warum denn das? Er meint er stehe hier in einer senkrecht aufgestellten Badewanne und ich ertaste gerade sehr empfindliche Körperregionen. Ach du lieber Himmel. Gut, dass es hier dunkel ist, so sieht niemand meinen knallroten Kopf! Zum Glück meldet sich jetzt die Stimme von draußen. Unsere erste Aufgabe lautet wir sollen den Ententanz tanzen. OK machen wir, nach dem Gegröle zu urteilen muss es wohl sehr komisch ausgesehen haben. Wir müssen weitergehen, nächste Aufgabe eine Vorwärtsrolle, wieder großes Gelächter. Wir drei sind uns einig, die von draußen können auch gleich die ein oder andere Aufgabe lösen. Endlich sind wir wieder im Hellen, nun sind die anderen dran. Als wir zum Eingang kommen haben wir schon tolle Ideen für unsere Peiniger. Auf die Plätze fertig los und rein mit euch. Die mussten u.a. sich auf Knien am Vordermann festhalten und als Raupe krabbeln oder Rückwärtsrollen machen. Ehrlich an den Monitoren sah es so lustig aus, da musste man einfach lachen. Mittlerweile kamen immer mehr Besucher dazu und wollten sich dann auch gegenseitig Aufgaben stellen.
Auch dies ist wirklich nur ein kleiner Ausschnitt der Mitmachstationen. Kaum dass wir den Mensch durchgearbeitet hatten, war es schon wieder Zeit zum Treffpunkt zu gehen. Langsam wurde uns klar, wenn wir so intensiv alles durcharbeiten, reicht die Zeit bis 19:00 Uhr nie und nimmer aus und leider erzählten die Teilis noch von Stationen, die wir noch gar nicht gesehen hatten und super interessant klangen. Zum Glück dauerte die Show nur knapp 15 Minuten. Tja nächstes Treffen war dann schon um 19:00 Uhr zum Abholen, läuft hier die Zeit irgendwie schneller?
Auf zur Expedition Erde hier gibt es u.a. ein Erdbebenzimmer in dem die drei stärksten Erdbeben simuliert werden. Das war ganz schön beeindruckend. Besonders schön fand ich ein großes Sandbild mit dem man das Aufsteigen von Magma aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche simulieren kann. Mit Hilfe eines Schalters kann man Luft von unten nach oben pusten. Klingt einfach, sieht aber toll aus.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon so viele unglaubliche Sachen erlebt oder gelesen, Zahlen schwirrten mir durch den Kopf und so habe ich in der größten Darstellung einige Fakten nicht verstanden, der berühmte Groschen (für alle jüngeren Leser, so wurde zu DM-Zeiten ein 10 Pfennigstück genannt) fiel erst als wir wieder auf dem Gelände war. Man kann hier eine Treppe rauf gehen, unten ist der Erdkern und je weiter man hochsteigt, geht man durch die einzelnen Schichten der Erde, bis man ganz oben die Erdoberfläche erreicht. So weit war ja alles klar. Am Erdkern ist ein Schild, vom Erdkern nach ganz oben sind es 6.270 km. Bis dahin konnte ich auch noch folgen, auf dem Weg nach oben kam dann ein Schild mit dem Hinweis, dass die tiefste Bohrung ca. 12 km tief war. Ich weiß was ihr jetzt denkt und was versteht man da nicht? Aber mein Denkfehler war 12 km gleich 12.000 m und ich hatte übersehen/vergessen, dass es vom Erdkern nicht 6.270 m, sondern km waren. Wie geht das denn? Haben die einmal von oben bis unten durchgebohrt? Mit meinem Falschdenken habe ich Thomas auch mit angesteckt. Er könnte sich das auch nicht erklären. Tja und so rätselten wir weiter bis im Verein der Knoten platzte. War wohl doch etwas viel für die grauen Zellen.
Die Expedition Kosmos haben wir dann im Galopp durchlaufen um auch noch im Außengelände einige Sachen, wie z.B. das Bojo (Bodyjojo) auszuprobieren. Die ganze Rückfahrt gab einen regen Austausch der Teilis, wem was am Besten gefallen hat. Die Lehrer unserer TN wären sicherlich sehr stolz, da alle auch nach 9 Stunden bzw. 8 Stunden 30 Minuten mit Abzug aller Pausen immer noch mehr Naturwissenschaftlichen Unterricht wollten. Lernen kann also auch Spaß machen.
Im Verein haben wir dann gegrillt und sind alle ziemlich kaputt in die Betten gefallen. Sonntag war dann das Turnier, auch hier war das Wetter wieder super und wer hätte das gedacht, da belegte unsere Riccarda bei den Schülern doch den dritten Platz! Herzlichen Glückwunsch noch einmal. Nach der Siegerehrung und dem Abbau hieß es dann noch einmal für alle, rein in den See ehe wir die Heimreise antraten. Ein super Wochenende ging zu Ende und für uns steht schon eines fest, nächstes Jahr sind wir wieder in Bremen, bei der FKK-Nord, denn das Universum Bremen bzw. die Expedition Kosmos wartet noch auf uns.
Ganz liebe Grüsse an dieser Stelle noch den BfFnL Bremen e.V. für die tolle Gastfreundlichkeit.
Matina Höhne 1. Vorsitzende LV HH/SH
|